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 Berufsbildung

Zuständiges Gremium für den Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung ist der Bundesausschuss für Berufsbildung. Dieser ist mit Sachverständigen aus den Regional- und Fachbereichen sowie vom DEHOGA-Präsidium delegierten Fachleuten besetzt und garantiert in dieser Zusammensetzung die branchenbezogene Erörterung und Aufbereitung der anfallenden Sachprobleme, um hierdurch den DEHOGA-Beschlussgremien die Entscheidung in oft schwierigen Sachfragen zu erleichtern. Vertreter des Verbands der Köche Deutschlands (VKD), des Verbands der Servier- und Restaurantmeister (VSR), der Gastronomischen Akademie Deutschlands (GAD), der Industrie- und Handelskammern und die Direktoren der Hotelfachschulen in Berlin, Dortmund, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Leipzig und Saarbrücken sind als ständige Gäste im Bundesausschuss für Berufsbildung vertreten.

Ausbildungsmarkt
Mit einem Anstieg um 5,2 Prozent bei den Neuabschlüssen und 4,4 Prozent bei allen Ausbildungsverhältnissen können sich Hotellerie und Gastronomie über eine erneut gesteigerte Ausbildungsleistung freuen. Mehr als 100.000 Azubis lernen derzeit einen der sechs gastgewerblichen Ausbildungsberufe. Die gastgewerblichen Ausbildungsverträge machen damit mehr als 9 Prozent aller Neuverträge aus. Mit fast 18.000 neu begonnenen Ausbildungsverhältnissen belegt der Kochberuf auf der Beliebtheitsskala nach wie vor den ersten Platz. Die höchsten prozentualen Zuwachsraten verbuchte der Ausbildungsgang in der Systemgastronomie mit einer Steigerung von 20,9 Prozent. Auch die Attraktivität des zweijährigen Ausbildungsgangs „Fachkraft im Gastgewerbe“ hat mit einem Plus von 10,3 Prozent weiter zugenommen.
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Ausbildungspakt wirkt – Weg mit Ausbildungshemmnissen
Im Gastgewerbe funktioniert der Ausbildungspakt: Seit Jahren kann die Zahl der Ausbildungsplätze kontinuierlich auf hohem Niveau gesteigert werden. Der DEHOGA Bundesverband unterstützt das Ziel, allen ausbildungsfähigen und ausbildungswilligen Jugendlichen eine berufliche Perspektive zu geben und begrüßt daher die Verlängerung des Ausbildungspaktes bis zum Jahr 2010. Mit zusätzlichen Ausbildungsplätzen sorgen Hotellerie und Gastronomie heute für den Fachkräftemangel von morgen vor. Zudem wird zahlreichen, nicht ausbildungsfähigen Jugendlichen über eine so genannte Einstiegsqualifizierung ein Weg in Ausbildung und Beschäftigung eröffnet. Möglich sind hier Qualifizierungsmaßnahmen in den Bereichen Service, Speisenvorbereitung, Housekeeping oder Catering. 50 bis 60 Prozent der so qualifizierten Jugendlichen finden anschließend einen regulären Ausbildungsplatz. Solche Maßnahmen dürfen aber nicht dazu führen, dass reguläre Ausbildungsplätze verloren gehen. Auch muss weiter Qualität vor Quantität gehen.

Die Ausbildungsplatzsuchenden müssen im Gegenzug Mobilität und Flexibilität hinsichtlich ihres Wunschberufes beweisen. Noch nicht vermittelte Bewerber müssen sich Kompetenzchecks stellen und aktiv an ihrer eigenen Ausbildungsplatzsuche und der Verbesserung ihrer Kompetenzen arbeiten.

Insbesondere aber sind Politik und Gesellschaft gefordert, ein ausbildungsfreundliches Klima zu schaffen und Ausbildungshemmnisse zu beseitigen. Das Ausbildungsengagement könnte noch weiter gesteigert werden, wenn überfällige Flexibilisierungen endlich angepackt würden:

  • Die starren Vorschriften des Jugendarbeitsschutzes sind zu lockern, um Haupt- und Realschülern wieder bessere Chancen bei der Ausbildungsplatzsuche zu sichern. Der Jugendarbeitsschutz muss an die Lebenswirklichkeit von Azubis und Gästen und an betriebliche Notwendigkeiten angepasst werden. Das bedeutet konkret: Heraufsetzung der Nachtruhezeit auf mindestens 23 Uhr, vor Berufsschultagen auf 21 Uhr, und Verlängerung der Schichtzeit auf 12 Stunden. Der DEHOGA Bundesverband begrüßt die Einrichtung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe, die sich mit einer Reform des Jugendarbeitsschutzgesetzes befasst.
  • Die Ausbildungsfähigkeit der Jugendlichen ist durch stärkere Praxisorientierung an den allgemein bildenden Schulen zu verbessern, zum Beispiel durch einen permanenten Praxistag. Die Zahl der jungen Menschen, die ohne Schulabschluss die allgemein bildenden Schulen verlassen, ist zu senken.
  • Für so genannte „Migrantenkinder“ müssen besondere Anstrengungen unternommen werden, denn diese verlassen besonders häufig die Schule ohne Abschluss und absolvieren seltener eine Berufsausbildung als deutschstämmige Jugendliche.
  • Die Ausbildungs- und Eintragungsgebühren der Industrie- und Handelskammern sind  auszusetzen oder zumindest auf ein verträgliches Maß zu senken.

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