Messekonzept überzeugt – Vakuum beim Städtetourismus

Strategie zur Steigerung der Übernachtungszahlen fehlt:  Durststrecke über sieben Jahre erwartet 

Saarbrücken. Im Sommer des vergangenen Jahres rief der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Saarland e.V. einen runden Tisch ins Leben. Ziel war, nachhaltig auf die Hotel-Situation in Saarbrücken aufmerksam zu machen. Auch ohne hellseherische Fähigkeiten ist klar, dass hier in naher Zukunft ein Verdrängungskampf ausbrechen wird.

Somit müssen für die Stadt neue und bessere Angebote geschaffen werden. Deshalb wurde vom DEHOGA ein tragfähiges Messe- und Kongresskonzept angemahnt, um mehr Übernachtungen zu generieren und so einen HotelKannibalismus zu vermeiden. Am 6. Dezember 2018 kam es nun zu einer zweiten Auflage des runden Tisches. Neben Mitgliedern des DEHOGA-Präsidiums sowie Saarbrücker Hoteliers folgten auch Vertreter des Wirtschaftsministeriums, des Regionalverbandes, der Congress-Centrum Saar GmbH, der City-Marketing Saarbrücken GmbH und des Verkehrsvereins Saarbrücken der Einladung. Die Stadt entsandte Bürgermeister Ralf Latz, den Baudezernenten Professor Heiko Lukas und Sebastian Kurth, den Amtsleiter für Wirtschaftsförderung.

Baudezernent Lukas stellte zu Beginn das Konzept des neuen Messe- und Kongresszentrums vor. Nicht auf der grünen Wiese, sondern ganz bewusst in der Kernstadt soll eine multifunktionale Einrichtung entstehen, welche die Saarlandhalle ersetzen soll. Dieses neue Gebäude soll Platz für 6.500 Besucher bieten und sowohl für Shows oder Events als auch für Messen, Kongresse und Tagungen geeignet sein. Zudem wird auch die alte Congresshalle für 18 Millionen Euro modernisiert. Die ganze Umsetzung soll 100 Millionen Euro kosten – wobei der Bund die Hälfte übernehmen würde. Stadt und Land schultern zu gleichen Teilen die anderen 50 Millionen. „Dieses Modellvorhaben ist anspruchsvoll, keine Frage. Und noch ist nichts entschieden. Aber wir sind guter Dinge, dass wir den Zuschlag erhalten“, erklärte Lukas. Das vorgestellte Messe- und Kongresskonzept fand großen Anklang. Nur die DEHOGA-Mitglieder zucken zusammen, als die zeitlichen Einordnungen hörten. Fertigstellung 2025!

„Das sind noch mindestens sieben Jahre, die zu überbrücken sind und in denen beim Stadt-Marketing unbedingt etwas geschehen muss. Saarbrücken muss attraktiver werden, damit ein Zuwachs an Gästen erreicht wird. Im Moment vermissen wir auf ganzer Linie ein schlüssiges Konzept, das Übernachtungen generiert“, hob Gudrun Pink hervor. Und die Präsidentin des DEHOGA Saarland machte darauf aufmerksam: Bis September 2019 haben in unmittelbarer Bahnhofsnähe drei neue Hotels eröffnet. Damit erhöhen sich die Kapazitäten um 625 Betten. „Wenn diese Häuser an den Markt gehen, benötigen wir eine Strategie. Wenn wir abwarten, bis das neue Messe- und Kongresszentrum steht, werden bis dorthin andere Hotels sterben“, sagte Pink und forderte: „Wir laufen in eine Durstrecke von sieben Jahren – das kann nicht gutgehen. Es muss schnell, mehr passieren.“

Untermauert wird diese Notwendigkeit auch damit, dass die Landeshauptstadt laut dem jüngst veröffentlichten Tourismusbarometer von Januar bis August 2018 im Vergleich zum Vorjahr einen Übernachtungsrückgang von 5,8 Prozent zu verkraften hatte. Mit den Neuansiedelungen benötigt man aber genau das Gegenteil: mehr Hotel-Gäste, um den Ist-Zustand aufrecht zu halten. Der runde Tisch führte aber vor Augen: Hier wurde noch nichts Zielführendes in die Wege geleitet. Zündende Ideen, wie sich Gäste nach Saarbrücken locken lassen – Fehlanzeige! Dabei hätte man längst gegensteuern müssen. 


„Es wurde sehenden Auges wichtige Zeit verschlafen“, ärgerte sich die Präsidentin. Ein wenig Licht am Horizont brachte die angekündigte Tourismus-Strategie 2025, die für die Stadt und den Regionalverband ausgearbeitet wird. Hier soll es wohl einen Schwerpunkt hin zum Städtetourismus geben und auch neue Zielgruppen sollen angesprochen werden. „Beim Messe- und Kongress-Konzept haben wir einen großen Sprung nach vorne gemacht. Hier sind wir in sieben Jahren sehr gut aufgestellt. Doch bis dahin werden es für die Hoteliers schwere Zeiten. So kann ich nur an die Politik appellieren, uns in dieser Phase nicht noch zusätzliche Knüppel in den Weg zu werfen. Gerade solche Dinge wie die ganz aktuell im Raum stehende Tourismusabgabe sind dann völlig fehl am Platz. Vor allem, wenn sie wieder nur von der Gastgeberbranche zu leisten ist“, sagte DEHOGA-Hauptgeschäftsführer Frank C. Hohrath.

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