Erfolge der Vergangenheit spornen für zukünftige Aufgaben an

Doch zuerst war DEHOGA-Präsidentin Gudrun Pink an der Reihe, die in ihrer Neujahrsansprache sowohl die vergangenen zwölf Monate Revue passieren ließ als auch einen Ausblick auf die politischen Erwartungen sowie die eigenen Aktivitäten des Verbandes für das Jahr 2018 gab. Dies betrifft insbesondere die dringend notwendige Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes. Eine Verbesserung der Ausbildung des Berufsnachwuchses steht dabei genauso auf der Agenda wie die Entwicklung konkreter Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel.Auch soll die fortschreitende Digitalisierung der Branche weiter unterstützend vorangetrieben werden. Die Präsidentin nutzte die Gelegenheit, um die Erwartungen der Gastgeber an die Politik akzentuiert darzustellen. Hier wünschte sie sich eine Stärkung des Standortes Saarland, besonders einen Ausbau im Bereich der Verkehrsinfrastruktur. „Der Tourismus ist der wirtschaftliche Boomfaktor im Saarland! Damit das so bleibt, müssen unsere vielfältigen touristischen Angebote auch für die Gäste erreichbar bleiben – beziehungsweise besser erreichbar werden. Das gilt für die Schiene, für die Luft und die Straße. Dem Thema Verkehr kommt ganz klar eine Schlüsselfunktion zu“, sagte Pink.

 

Diese Zahlen lügen nicht

Die Unternehmen in Gastronomie und Hotellerie haben 2017 einmal mehr bewiesen, wie leistungsstark die Branche ist. Volkswirtschaft, Arbeitsmarkt, Regionen sowie die Gesellschaft im Allgemeinen profitieren von ihr. Dass dies schöne Sätze auf einem Neujahrsempfang sind, liegt auf der Hand. Doch Gudrun Pink konnte auch schwarz auf weiß beweisen, dass dies den Tatsachen entspricht. In ihrer Rede verwies sie des Öfteren auf die Ergebnisse einer aktuellen Studie von September 2017, die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag des DEHOGA-Bundesverbands erstellt hat. Demnach waren 2016 im Jahresdurchschnitt 1,873 Millionen Personen im Gastgewerbe beschäftigt. In den vergangenen zehn Jahren wurden hier fast 300.000 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen – ein überdurchschnittliches Plus von 38,7 Prozent. Der Branchenumsatz lag bei 80,9 Milliarden Euro netto. Mit einer Bruttowertschöpfung von fast 45 Milliarden Euro gehört das Gastgewerbe somit zu den größten und dynamischsten Branchen des Landes. Es hat von 2010 bis 2016 real um 14,4 Prozent zugelegt, während es bei der Gesamtwirtschaft 9,9 Prozent waren. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist im gleichen Zeitraum um 23 Prozent gestiegen, in der Gesamtwirtschaft waren es nur zwölf Prozent. Die Studie stellte weiter fest, dass die Angebote des Gastgewerbes eine große Bedeutung für die Wohnortentscheidung haben. So ist

 

die Auswahl an Restaurants für mehr als ein Drittel der Menschen wichtig oder sehr wichtig. In der Gruppe der jüngeren Befragten liegt diese Quote sogar bei knapp 55 Prozent. „Wir sind damit ein überragend wichtiger Standortfaktor,wenn es um die Attraktivität und die Zukunftsfähigkeit des Saarlandes geht. Wir sind genauso wichtig für das Land wie Industrie, Forschung und Lehre. Ohne uns gehen die Menschen!“, erklärte Pink in ihrer Rede.  Eine andere Kennzahl des Instituts: Mit neun Gründungen je Bestandsunternehmen gehört die Gastronomie zur Spitzengruppe. Das Gastgewerbe ist auch die internationalste Branche und es zählt zu den ausbildungsstärksten. Rund 310.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte aus 150 Nationen finden hier eine Anstellung. Im Schnitt wird hier ein Azubi je 23,8 Beschäftigte ausgebildet, bei der Gesamtwirtschaft ist es einer je 58,9.

 

So geht Ausbildung heute

Ein weiteres bemerkenswertes Ergebnis: Die Branche nutzt die Chancen der Digitalisierung. Hier ist die Hotellerie der Studie zufolge die am stärksten digitalisierte Branche Deutschlands. „Doch hier sind wir unterschiedlich aufgestellt. Demgegenüber hat die klassische Gastronomie noch Nachholbedarf“, mahnte Gudrun Pink und stellt die Weichen: Gerade hier gelte es nun, die Vorteile der neuen digitalen Möglichkeiten zu nutzen. Die Palette reicht von der fast papierlosen Buchhaltung bis hin zur Hygiene-App, die das gesamte Hygienemanagement abbildet und an jedem Ort verfügbar ist. Die digitale Entwicklung müsse auch in der Ausbildung des Berufsnachwuchses berücksichtigt werden. Das bedeute, dass die Unterrichtsinhalte und Lernmittelausstattung der Berufsschule dem Digitalisierungsstand entsprechen. Daher müsse man die Lehrpläne überarbeiten und anpassen. Eine moderne Hard- und Software muss angeschafft werden. „Es kann nicht sein, dass die in der Praxis verwendeten Systeme in der Schule nicht vorhanden sind. Eine moderne Ausbildung ist eine konkrete Maßnahme gegen den Fachkräftemangel. Doch muss sie auch die digitalen Herausforderungen annehmen und den Erwartungen der überwiegend digital-tickenden Jugendlichen gerecht werden“, sagte Pink.  

 

Mehr Spielraum bei den Arbeitszeiten

Diese zum Teil hervorragenden Zahlen der Studie seien aber sicher kein Selbstläufer, machte die DEHOGA-Präsidentin deutlich. Probleme bereiten den Betrieben vor allem die Suche nach Fachkräften. Und das lebensfremde Arbeitszeitgesetz. Der DEHOGA macht sich hier stark für eine Umstellung von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit, so wie es die EU-Arbeitszeitrichtlinie vorsieht. „Wir möchten nicht die Arbeitszeit erhöhen. Wir möchten sie unter Einhaltung der Ruhezeiten lediglich anders verteilen – nämlich auf den Verlauf einer Woche. Flexibilität bei der Wochenarbeitszeit bedeutet nicht eine Verlängerung der Arbeitszeit insgesamt, nicht unbezahlte Mehrarbeit oder längere Schichten gegen den Willen der Mitarbeiter“ stellte Pink deutlich heraus und fragte ins Publikum: „Jetzt einmal ehrlich: Glauben Sie, dass in der Start-up Szene oder der Kreativwirtschaft immer nach zehn Stunden Schluss ist? Oder in den Bundestags-, Landtags- oder Ministeriumsbüros, wenn wichtige Papiere fertig werden müssen?“ Aber die Betriebe des Gastgewerbes, die müssen die tägliche Arbeitszeit jedes Mitarbeiters minutiös dokumentieren. Sie stünden also vor der Wahl, ihre Gäste nach Hause zu schicken oder gegen Gesetze zu verstoßen – und dabei saftige Bußgelder zu kassieren. Pink: „Wir erwarten, dass diese praktischen Notwendigkeiten endlich von der Politik zur Kenntnis genommen und ernsthaft Lösungen gesucht werden.“ Denn dieses Thema sei elementar wichtig, wenn es um die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der Gastronomie und Hotellerie ginge. Was somit zeigt: Die Entwicklung im Gastgewerbe in der Region ist gut – aber es gibt noch viel zu tun!

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