Landesverbandstag 2018

Impulse geben und Zeichen setzen


Denkanstöße, Weckrufe und Appelle:
DEHOGA-Landesverbandstag behandelt die wichtigsten Themen der Branche


Perl-Borg. „Carpe diem!“, lautet eine bekannte Weisheit der alten Römer. Und was so viel heißt wie „Nutze den Tag!" wurde am 27. August 2018 beim 18. Impulstag für die saarländische Gastronomie und Hotellerie auch beherzt in die Tat umgesetzt. Die Mitglieder des Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Saarland e.V. erwartete in der „Römische Villa Borg“ in Perl-Borg ein prall gefülltes Programm. Der Mittag stand ganz im Zeichen des Landesverbandstages. Hier gab es zwar keine Neuwahlen, doch musste ein neuer Vorsitzender für den Ausschuss „Gaststätten, Catering, Partyservice und Gemeinschaftsverpflegung“ gefunden werden, da der bisherige Amtsinhaber Jürgen Becker im Januar dieses Jahres seinem Krebsleiden erlag. Auf ihn folgt nun Carsten Hör vom Hotel-Restaurant Hör in Neukirchen, den die Mitglieder einstimmig ins Präsidium wählten. Neben den obligatorischen Vereins-Regularien wird bei einem Verbandstag auch immer über die wichtigsten Themen diskutiert, welche der Branche unter den Nägeln brennen. Eine Verbesserung der Ausbildung stand da ebenso auf der Agenda wie die Entwicklung konkreter Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel.


Mit Digi-Lotse und Beratung – so wird die Gastfreundschaft digital


Auch soll die fortschreitende Digitalisierung der Branche weiter unterstützend vorangetrieben werden. Ein bemerkenswertes Ergebnis brachte hierbei das Institut der deutschen Wirtschaft Köln zu Tage: Demnach gehört die Hotellerie zu den am meisten digitalisierten Branchen in Deutschland. Sie nutzt ihre dadurch gegebenen Chancen, etwa durch Abrechnungssysteme oder Bestell- und Buchungssysteme. Sorgenkind ist aber die Gastronomie – da besteht großer Nachholbedarf. „Hier gilt es, den kleinen Betrieben die Möglichkeiten und Handlungsfelder aufzuzeigen, wo neue Tools sinnvoll eingesetzt werden können. Dabei reicht das breite Spektrum von der Warenwirtschaft bis zur Dienstplangestaltung“, erklärte Michael Buchna. Der Vize-Präsident des DEHOGA Saarland sprang für die kurzfristig erkrankte Präsidentin Gudrun Punk ein und führte durch den Impulstag. Um sich einen Weg durch den digitalen Dschungel zu bahnen, wird den DEHOGA-Mitgliedern einiges an Hilfestellung gegeben. So rief der Verband schon mehrere Info-Veranstaltungen ins Leben – und wird dies auch weiter ausbauen. Zudem etablierte man im Saarland die DEHOGA Beratung. Diese Spezialisten sind bereits in vielen Betrieben gern gesehene Helfer. Nun soll in Anlehnung an den früheren Tourismuslotsen mit dem Digi-Lotsen eine weitere Aktion aus der Taufe gehoben werden. Doch anderes als bei dem durch das Wirtschaftsministerium finanzierte Tourismus-Projekt, das 100 Betriebe im Saarland auf ihre Schwachstellen untersuchte, gibt es aktuell für den Digi-Lotsen keine Förderung. „Dies sollte schnellstmöglich auf den Weg gebracht werden. Und wir stehen schon in Gesprächen mit dem Ministerium“, verriet Buchna.
Ihr Ansprechpartner: Frank C. Hohrath, Hauptgeschäftsführer


Fachkräfte gewinnen – Zukunft sichern


Früher war das Problem Fachkräftemangel nur in einigen Branchen bekannt. Heute wütet der Kampf um die fähigen Köpfen wie ein Flächenbrand durch fast alle Berufsgruppen der deutschen Wirtschaft: Besonders arg gebeutelt ist auch Gastronomie. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, wurden vom DEHOGA einige praxisnahe Projekte etabliert. Der Verband erarbeitet gerade mit dem Berufsfortbildungswerk in Saarbücken ein Konzept für einen sechsmonatigen Kurs aus, in dem Quereinsteiger aus dem zweiten Arbeitsmarkt alle nötigen Dinge vermittelt werden, damit sie sofort im Betrieb verantwortungsvoll eingesetzt werden können. Auch wird mit dem Jobcenter in Saarlouis intensiv versucht, das Potential der nach Deutschland geflüchteten Menschen zu nutzen. „Hier suchen wir gezielt Leute, die in ihrem Heimatland schon Gastronomieerfahrung haben und die über die notwendigen Sprachkenntnisse sowie eine Aufenthaltsberechtigung verfügen“, erzählte der Vize-Präsident. Wie im vergangenen September in Saarbrücken wird dann dieses Mal im Landkreis Saarlouis ein Job-Dating durchgeführt. Dies soll dann sukzessive in allen Kreisen stattfinden.


Rahmenbedingungen für den Nachwuchs verbessern


In den 3.500 saarländischen Hotel- und Gastronomie-Betrieben arbeiten über 15.000 Erwerbstätige. Diese bilden knapp 900 Lehrlinge aus. Noch! Denn die Zahl der Ausbildungsbetriebe nimmt ständig ab. In den Jahren 2010 bis 2015 sank sie von 312 auf 191. Das ist ein Rückgang von rund 40 Prozent. So muss ein vorrangiges Ziel sein, die Ausbildung attraktiver zu gestalten. Es braucht im Saarland dringend die Möglichkeit, dass Azubis bereits während des regulären Berufsschulbesuches bestimmte Zusatzqualifikationen erwerben können – etwa im Hotelmanagement oder im Bereich der Sprachen. In vielen Bundesländern wie etwa in Rheinland-Pfalz ist dies schon lange möglich. „Immer mehr Kollegen stellen daher den Antrag, ihre Azubis in Trier oder Koblenz anstatt in Saarbrücken zur Schule zu schicken“, sagte Buchna und meinte: „Das wollen wir ändern. Ein Konzept dafür legten wir bereits vor und in Gesprächen mit dem Kultusministerium gab es positive Signale.“ Eine fruchtende Maßnahme zur Ausbildungsmotivation wäre weiterhin, steuerfreie Sachwertbezüge für Kost und Logis einzuführen. Die bayrische Staatsregierung startete dazu eine Bundesratsinitiative. Wenn sie Gesetz würde, hätten sofort alle Azubis mehr Netto vom Brutto. Hierdurch würde insbesondere auch die duale Ausbildung attraktiver werden. Der Vize-Präsident appellierte: „Es wäre toll, wenn das Saarland diese Initiative unterstützen würde.“


Beim Verbandtag wurde deutlich: Der DEHOGA kennt seine Hausaufgaben. Er ist dabei, sie zusammen mit den Betrieben abzuarbeiten. Doch das alleine genügt nicht. Die Politik muss ihre auch in Angriff nehmen. Denn das Gastgewerbe repräsentiert einen leistungsstarken Wirtschaftszweig und eine einzigartige Vielfalt. Es trägt maßgeblich zur Lebensqualität bei und ist die Visitenkarte des Landes – und die sollte vorzeigbar sein.

 

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