Pressemitteilung DEHOGA Saarland - GOLD bei den Deutschen Jugendmeisterschaften

Gold für Luca Kleinbauer bei den Deutschen Jugendmeisterschaften
Saarlands Gastgewerbe-Nachwuchs glänzt in Mainz:
Historischer Sieg, starke Einzelplatzierungen und Rang vier für die Mannschaft


Mainz/Saarbrücken. Ein perfekt gedeckter Tisch, ein freundliches Lächeln im richtigen Moment und ein Menü, bei dem jeder Handgriff sitzen muss. Was für Gäste nach einem entspannten Abend aussieht, ist hinter den Kulissen oft eine logistische Meisterleistung. Erst recht, wenn eine Jury jede Bewegung beobachtet und die Uhr unerbittlich mitläuft. Bei den 44. Deutschen Jugendmeisterschaften in den gastgewerblichen Ausbildungsberufen wurde aus beruflichem Alltag eine echte Bewährungsprobe. Vom 16. bis 19. Oktober 2026 trafen sich im FAVORITE Parkhotel in Mainz die besten Nachwuchskräfte der Branche, um ihr Können auf nationaler Bühne zu zeigen. Für das Saarland endeten die vier Tage mit einer sehr erfreulichen Bilanz. Bei der Siegerehrung durfte Luca Kleinbauer jubeln: Die 26-jährige Saarbrückerin vom La Maison Hotel in Saarlouis gewann Gold bei den Fachleuten für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie. Ein historischer Triumph, denn noch nie gab es in dieser Berufssparte einen Meistertitel für das Saarland. Dass Kleinbauer ein besonderes Gespür für ihren Beruf besitzt, hatte sich schon früh gezeigt. Bereits im zweiten Lehrjahr wurde sie Saarlandmeisterin. Doch mit dem ganz großen Wurf hatte sie selbst nicht gerechnet. „Während des gesamten Wettbewerbs hatte ich ein gutes Gefühl. Gleichzeitig wusste ich, wie stark die Konkurrenz ist. Jetzt bin ich völlig aus dem Häuschen und habe auch schon ein kleines Tränchen verdrückt“, freute sich die frischgebackene Jugendmeisterin.

Wenn Fachwissen auf Nervenstärke trifft
Auch ihre Teamkollegen konnten sich in dem hochkarätigen Teilnehmerfeld behaupten. Der 21-jährige Lukas Duttlinger von Hämmerles Restaurant in Blieskastel belegte bei den Köchen den sechsten Platz, die zwei Jahre ältere Maya Sonnenrein vom Victor’s Residenz-Hotel Saarbrücken erreichte bei den Hotelfachleuten einen hervorragenden fünften Rang. Gemeinsam landete das Trio in der Mannschaftswertung auf Position vier. Damit setzt sich eine bemerkenswerte Erfolgsserie fort. Bereits 2023 erzielte die saarländische Auswahl mit Mannschaftssilber und zweimal Bronze ein in mehr als 40 Jahren einmaliges Ergebnis. Ein Jahr später sicherte sich Dennis Schneider die Goldmedaille bei den Köchen, dazu kamen Bronze im Hotelfach und Silber im Team. Nun folgte Kleinbauers historischer Triumph. „Ich freue mich so unglaublich, das kann sich niemand vorstellen“, sagte DEHOGA-Präsident Michael Buchna nach der Siegerehrung. Für ihn sind die jüngsten Erfolge zugleich ein eindrucksvoller Beleg für das hohe Ausbildungsniveau im Land. „Das war eine Top-Leistung. Darauf können alle drei stolz sein – denn wir sind es ebenfalls.“ Sein besonderer Dank galt den Ausbildungsbetrieben und allen, die das Trio auf dem Weg nach Mainz begleitet und unterstützt hatten. Schließlich stecken hinter solchen Ergebnissen unzählige Stunden der Vorbereitung, fachliche Anleitung und Menschen, die junge Talente fördern und ihnen etwas zutrauen.

Restaurantfach: Souverän bis zum letzten Gang
Bis zur Siegerehrung lag ein anspruchsvolles Programm hinter den jungen Fachleuten. Schon am Samstag mussten sie bei schriftlichen Prüfungen ihr theoretisches Wissen unter Beweis stellen. Für Luca Kleinbauer wurde vor allem das festliche Gala-Dinner am Sonntagabend zum Gradmesser ihres Könnens. Hier muss alles zusammenpassen: ein aufmerksamer Service, sichere Abläufe, das richtige Gespür für die Gäste. Während in der Küche die letzten Handgriffe an den Menüs saßen, galt es im Restaurant, den Abend ebenso professionell wie angenehm zu gestalten. Für die Teilnehmer war es eine Prüfung, für die Besucher sollte es ein besonderes Erlebnis werden. Kleinbauer fühlte sich dabei offensichtlich in ihrem Element. „Das Bankett hat Spaß gemacht, da hat alles gesessen. Damit war ich super zufrieden. Auch die Theorie hat gepasst, da hatte ich ebenfalls ein gutes Gefühl. Bei den anderen Aufgaben habe ich mich etwas schwergetan“, blickte sie zurück. Zu den weiteren Prüfungen gehörte die Zubereitung eines Filetgulaschs ‚Stroganoff‘ direkt am Gast, samt Flambieren und fachgerechter Präsentation. Hinzu kam eine gemeinsame Kreativaufgabe mit den Hotelfachleuten. Ihren Erfolg wollte sie keineswegs allein für sich verbuchen. „Mein Dank gilt neben unserem Team auch meinen beiden Mitstreitern. Sie haben mich sehr gepusht. Ohne sie wäre das alles nicht das geworden, was es jetzt ist.“

Köche: Vier Gänge, zehn Gäste, eine Uhr
Für Lukas Duttlinger wurde unterdessen die Wettbewerbsküche zum Schauplatz seiner Bewährungsprobe. Der junge Koch musste aus einem vorgegebenen Warenkorb ein Vier-Gang-Menü für zehn Personen kreieren. Von Poularde mit Feigen über Lamm bis hin zu einem Dessert aus Birnen, Quark und Schokolade war kulinarische Vielseitigkeit gefragt. Dabei mussten nicht nur die Aromen harmonieren, sondern auch Timing und Präsentation stimmen. Und das alles unter den wachsamen Augen der Jury. Zwischen heißer Pfanne und präziser Planung blieb da kaum Raum für Fehler. Der Saarbrücker blickte zufrieden auf den Wettbewerb zurück: „In der Praxis habe ich gut abgeschnitten, in der Endabrechnung war ich sogar Dritter. Die Theorie war aber etwas durchwachsen. Aber alles in allem war es solide. Leider hat es am Ende nur für den sechsten Platz gereicht, auch weil die anderen Teilnehmer natürlich sehr stark waren. Trotzdem bin ich mit mir zufrieden“, zog Duttlinger Bilanz. Vor allem die Erfahrungen abseits der Wertung nimmt er mit nach Hause: „Man lernt unglaublich viel.“

Hotelfach: Perfekte Gastfreundschaft ist kein Zufall
Bei Maya Sonnenrein waren neben Gastgeberqualitäten vor allem Organisationstalent und kaufmännisches Geschick gefragt. Die 23-Jährige aus Habkirchen musste unter anderem ein Reisepaket für den Sommer 2027 rund um die Bregenzer Festspiele entwickeln, die Preise kalkulieren und ihr Konzept vor der Jury präsentieren. Hinzu kamen praktische Prüfungen aus Housekeeping, EDV und Rezeption. Die junge Hotelfachfrau musste also die ganze Bandbreite ihres Berufs abrufen. Beim festlichen Gala-Dinner war sie schließlich auch im Service gefordert. Dass sie am Ende den fünften Platz belegen würde, hatte Sonnenrein selbst kaum für möglich gehalten. „Eigentlich hatte ich gar kein so gutes Gefühl und hätte nicht gedacht, dass ich unter die besten Zehn komme. Deshalb bin ich jetzt umso überraschter. Aber ich glaube, ich bin auch immer sehr streng mit mir. Anscheinend kann ich doch mehr, als ich dachte“, sagte sie lachend. Noch wichtiger war ihr jedoch das gemeinsame Abschneiden: „Für mich stehen wir als Team ohnehin auf Platz eins. Ich bin sehr stolz auf uns.“ Mit einer historischen Goldmedaille kehrt das saarländische Trio aus Mainz zurück. In den Ausbildungsbetrieben wartet nun wieder der Alltag. Denn eine Karriere in Küche, Restaurant oder Hotel entscheidet sich nicht an einem einzigen Wochenende. Aber manchmal bekommt sie dort einen kräftigen Schub.

 

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