Pressemitteilung - DEHOGA Saarland vom 20.09.2021

Saarland-Modell offenbar zu Ende

Forderung: Endlich aus der Untätigkeit erwachen –
Mindestens drei Punkte müssen unverzüglich umgesetzt werden

Saarbrücken. In Rheinland-Pfalz gibt es in Restaurants, Cafés und Kneipen keine Maskenpflicht mehr. In Nordrhein-Westfalen und Hessen ist die Kontaktverfolgung der Gäste aufgehoben. In Baden-Württemberg schaffte man in der Innengastronomie die Abstandsregel ab. Schleswig-Holstein wurde das Abstandsgebot und die Maskenpflicht von einem Muss in eine Empfehlung umgewandelt. Mittlerweile haben alle Bundesländer deutliche Erleichterungen für die Gastgeberbranche eingeführt. Nur ein kleines Bundesland im Südwesten wehrt sich beständig gegen jeden Fortschritt. Diese Untätigkeit der Landesregierung treibt die Gastgeber im Saarland zur Weißglut. „Alle zwei Wochen warten wir, dass mit den Änderungen auch Lockerungen für die Gastronomie sowie für Clubs und Diskotheken kommen. Aber: Fehlanzeige! Beim von den politischen Verantwortlichen vielgelobten Saarland-Modell geht seit Monaten rein gar nichts vorwärts. Wie eingefroren verharrt es auf dem gleichen unbefriedigenden Stand. Anscheinend existiert es auch gar nicht mehr, ansonsten sind gewisse Dinge nicht zu verstehen“, sagt Michael Buchna, der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Saarland e.V. Ein Blick in die Zukunft zeigt: Das Modell basiert auf Testungen. Die Testzentren werden allerdings Tag für Tag weniger und zudem verringern sich die Öffnungszeiten auf ein Minimum. Der Grund ist klar: Ab 11. Oktober sind die Tests nicht mehr kostenlos, dann wird ihre Anzahl rapide schrumpfen – ergo wird dem Saarland-Modell seine Grundlage entzogen. Aber schon jetzt sind die Ampel-Phasen unkonkret und vor allem intransparent. Niemand weiß, wann die Ampel umspringt und warum. Buchna glaubt: „Das Modell hat offenbar ausgedient, es sagt nur keiner. Dabei halten wir es für geeignet und würden es auch weiterhin befürworten – allerdings nicht so, wie es derzeit angewendet wird. Als Vorlage könnte hier Schleswig-Holstein dienen, wo die Lockerungen ebenfalls auf 3G basieren.“

 

Drei Punkte – jetzt!
Nicht nachvollziehbar ist, dass eine völlige Stagnation herrscht, obwohl alle Begründungen der Politik für ein weiteres Verharren komplett ins Leere laufen. Das Saarland ist aktuell mit Bremen führend bei den Erst- und Zweitimpfungen. Die Inzidenzwerte haben sich nach einem Anstieg am Ferienende auf einem stabil niedrigen Niveau eingependelt. Eine Überlastung des Gesundheitssystems ist noch nicht einmal im Ansatz zu erkennen. Die Hospitalisierungsrate der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten soll bei der Bewertung des Infektionsgeschehens besonders im Vordergrund stehen. Aber auch hier geben die Zahlen keinen Anlass, weiter in „German Angst“ zu verharren, wie der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Andreas Gassen kürzlich in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ den derzeitigen politischen Umgang mit Corona bezeichnete. Vor diesem Hintergrund erwartet der DEHOGA Saarland mit der nächsten Verordnung deutliche Verbesserungen für den Restaurantbesuch: So muss wie in anderen Bundesländern auch, das Abstandsgebot von 1,5 Metern in eine Empfehlung abgeändert werden. Weiterhin soll das Tragen einer Maske in Innenräumen keine Pflicht mehr sein. Und als dritter Punkt soll in den Gaststätten und Beherbergungsbetrieben für das Personal mit Gästekontakt die Maskenpflicht entfallen, sofern es vollständig geimpft, genesen oder negativ getestet ist.

Gastgeberbranche benötigt Handlungssicherheit
Was den DEHOGA-Präsidenten zusätzlich auf die Palme bringt, ist die mangelhafte Kommunikation der Verantwortlichen. Anstatt klare Botschaften und nachvollziehbare Entscheidungen zu verkünden, verschanzt man sich hinter einer Wagenburgmentalität. Das hat zur Folge, dass man zunehmend die Pandemie-müde Bevölkerung verliert und die Regeln nicht mehr auf Akzeptanz stoßen. „Wir wissen nicht, warum dieser Stillstand herrscht. Mit uns hat niemand gesprochen. Mangelt es an rationalen Erklärungen? Kann gut sein, denn auch wir sehen keinen Grund, der eine solche Situation rechtfertigen könnte“, ist Buchna sauer. Dabei ist gerade jetzt Handlungssicherheit gefragt. Die Gastronomen und Hoteliers müssen einen Weg aufgezeigt bekommen, wie sie in der nun folgenden kalten Jahreszeit wirtschaftlich überleben können. „Täglich erhalte ich in meinem Betrieb Anfragen für Weihnachtsfeiern. Was soll ich meinen Gästen sagen?“, fragt der DEHOGA-Chef. Noch im August sah Ministerpräsident Tobias Hans das Saarland-Modell als Vorbild für den Bund, so verkündete er es gegenüber der Presse. „Die anderen Länderchefs taten richtig daran, dies nicht zu tun. Denn sie gehen lieber voran und bleiben nicht wie versteinert unbeweglich auf einem Fleck stehen“, entgegnet Michael Buchna traurig.

 

 

 

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