Wissen und Beratung aus erster Hand

Saarbrücken. Die letzten Gäste sind gegangen. Im Büro warten Dienstplan, Lieferantenrechnungen und die nächste Investitionsentscheidung. Welche Zuschüsse kommen infrage? Wo könnte künstliche Intelligenz Arbeit abnehmen? Solche Fragen gehören in Restaurants und Hotels längst zum Alltag. Nur fehlt im laufenden Geschäft oft die Zeit, sich damit zu beschäftigen. Wer Antworten sucht, braucht meist mehrere Termine – für Technik, Förderung oder Personal. Genau hier setzt die DEHOGA connect 2026 an. Am 4. November wird die Porsche-Lounge der URSAPHARM-Arena in Spiesen-Elversberg zur Anlaufstelle für Wissen und persönliche Beratung. Von 10 bis 17 Uhr kommen dort Fachleute verschiedener Institutionen und rund 30 Partner des DEHOGA Saarland zusammen. Die kostenfreie Messe richtet sich an alle Gastgeber im Saarland – auch an Nichtmitglieder. „Die DEHOGA connect ist ein Tag für die gesamte Branche“, betont DEHOGA-Präsident Michael Buchna. „Wir wollen zeigen, wie aus guten Ideen echte Erleichterungen für die Betriebe werden.“ Das Konzept verbindet kurze Wissensimpulse mit individueller Beratung und einer Ausstellung voller praktischer Lösungen. Es geht nicht um die großen Zukunftsfragen, sondern um Antworten für den nächsten Arbeitstag.

 

 

 

Kurz reinhören, viel mitnehmen
Gute Ideen benötigen keine stundenlangen Vorträge. Höchstens 20 Minuten dauern die insgesamt sieben Wissensimpulse. Keine Folienmarathons, sondern kompakte Einblicke in Themen, die das Gastgewerbe bewegen. Hier eine Kostprobe: Zoja Asel-Rekunova von der DEHOGA Beratung macht deutlich, wo künstliche Intelligenz im Arbeitsalltag sinnvoll eingesetzt werden kann. Wie das konkret aussieht, führt Boris Hellriegel von CenterCut unter dem Motto „KI ohne Blabla – dafür mit Praxis“ vor. Seine Beispiele reichen von der Personalgewinnung über Marketing und Gästekommunikation bis zur Vereinfachung interner Abläufe. Wo neue Möglichkeiten entstehen, stellen sich allerdings auch rechtliche Fragen. Kim Pleines von der IHK Saarland erklärt, worauf Unternehmen beim Einsatz der KI achten müssen. Anna Palz von der Tourismus Zentrale Saarland vermittelt einen praxisnahen Einstieg bei Instagram. IHK-Ausbildungsberater Stephan Wagner beleuchtet die Chancen der dualen Ausbildung. Fachleute erklären den klugen Umgang mit negativen Onlinebewertungen. Und das Wirtschaftsministerium bringt Licht in den Förderdschungel: Vorgestellt werden das Mittelstandsprogramm für mehr Nachhaltigkeit im Gastgewerbe und das regionale GRWProgramm. Die DEHOGA Beratung bietet eine kostenlose KI- und Digital-Erstberatung. Die ersten zehn Interessenten können sich zudem einen 30-minütigen Intensiv-Check für den eigenen Betrieb sichern. Informationen über eine geförderte KI- und Digitalisierungsberatung über saaris ergänzen das Angebot. Bei der Tourismus Zentrale Saarland reicht das Spektrum von der Social-Media-Sprechstunde bis zum kostenlosen Wärme-Check. Hinzu kommen Hilfestellungen rund um Nachhaltigkeit und Zertifizierungen. Die IHK unterstützt bei Ausbildungsfragen und beim rechtssicheren Umgang mit KI. Die DEHOGA Akademie wiederum informiert über Qualifizierung und digitale Ausbildungsbegleitung. „Am Ende geht es nicht darum, möglichst viel Technik anzuschaffen. Es geht um mehr Luft im Betriebsalltag und mehr Zeit für das, was Gastfreundschaft ausmacht“, erklärt Michael Buchna.

Wenn aus guten Ideen echte Erleichterung wird
Zwischen den Gesprächen wird Zukunft erlebbar. Rund 30 Partner des DEHOGA Saarland präsentieren Produkte und Dienstleistungen für den Alltag zwischen Küche, Büro und Rezeption. Vieles kann unmittelbar ausprobiert werden. Da nimmt eine Software telefonische Tischreservierungen entgegen, während digitale Kassensysteme das Bezahlen vereinfachen. Hotelprogramme verwalten Buchungen und freie Zimmer. Andere Anwendungen bringen Übersicht in Warenwirtschaft, Einkauf und Rechnungsabläufe. Reinigungsroboter mit Namen wie Helene Wischer und Schrubbert zeigen derweil, dass moderne Unterstützung sogar über den Boden rollt. Doch ein Gastbetrieb besteht aus weit mehr als Software und Maschinen. Getränke und Kaffee sind ebenso vertreten wie Einrichtung, Mobilität und Energieversorgung. Die Gesundheit der Mitarbeitenden spielt ebenfalls eine Rolle. Digitale Unterstützung gibt es aber nicht nur für den Betriebsalltag, sondern schon beim Rundgang über den Branchentreff. Ein Concierge erkundigt sich nach Interessen und führt die Besucher per App zu passenden Angeboten. Auf der Messe lässt sich zudem nach Herzenslust schimpfen. Ein KISprachassistent für das Beschwerdemanagement hört selbst dann geduldig zu, wenn der Ton rauer wird. Das ist freilich nur ein kleiner Ausschnitt aus dem gesamten Ausstellerangebot. Gerade die Mischung macht den Reiz aus: Buchna: „Ob ein Produkt zum eigenen Haus passt, zeigt das direkte Gespräch. Genau darin liegt die Stärke des Messetages: Fachwissen, individuelle Orientierung und anschauliche Beispiele treffen an einem Ort zusammen.“ Wer mit konkreten Fragen kommt, findet an den Ständen persönliche Hilfe und Gelegenheit zum kollegialen Austausch. Vielleicht liegt genau darin der größte Wert dieses Tages: Menschen mit ähnlichen Herausforderungen begegnen neuen Perspektiven. Und so manches Problem verliert schon beim gemeinsamen Nachdenken seinen Schrecken.

 

 

 

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